Montag, 1. Dezember 2008

Tag 60: Siem Reap nach Phnom Penh

01. Dezember 2008

Heute geht es nach Phnom Penh. Wir fahren mit dem Speedboat in 6h ueber den Tonle Sap in die Hauptstadt. Der groesste See Suedostasiens ist Wasserreservoir, Flutregulierungssystem, Verkehrsader, Speisekammer und Heimat zugleich. In schwimmenden Doerfern leben zahllose Menschen auf dem See. Wir fahren schnell und sehen 2h lang kein Ufer... der See ist wirklich gross! 2500km2 in der Trockenzeit und 10.000km2 in der Regenzeit, wenn das Schmelzwasser aus dem Himalaya abfliesst. Richtung Hauptstadt wird der Tonle Sap zu einem grossen Fluss.

Bei der Ankunft in PP werden wir gleich wieder von penetranten Tuk Tuk Fahrern bedraengt. Wir werden langsam richtig agressiv und unfreundlich. Die kommen sogar auf das Boot und bedraengen uns bevor wir an Land sind. Mit Schwimmbewegungen und Dauer-No-No-No kaempfen wir uns durch die Fahrer. Bei unserem spaeteren Rundgang durch die Umgebung um unser Guesthouse aendert sich das nicht. Vielleicht schaffe ich es ja noch bis zum Verlassen des Landes am 4. Dez ohne Gewaltanwendung... heute war ich kurz davor. Der erste Eindruch von PP war nicht so gut. Mal schauen wie es Morgen weiter geht.

Irgendwie machen wir uns auch langsam Sorgen ueber unseren Flug am 4. Dez nach Bkk. Hoffentlich hoeren die bald auf zu streiken, sonst muessen wir ueber den Landweg zurueck. Wenn sie bis zum 13. Dez streiken, muss ich meinen Heimflug umbuchen. Und Mirjam wuerde gerne am 9. Dez nach Sydney weiterfliegen. Naja, bei ihr waere eine Verzoegerung ja nicht so schlimm bei einem Jahr Reisezeit :)

Schwimmende Doerfer...



Unser Boot.

Ein Haus in PP.
Empfang in unserem Guesthouse. Der Besitzer hat in Halle Chemie studiert und spricht Deutsch :) Blick vom Bett schraeg nach oben zur Wand. 8$ Zimmer haben keine tolle Aussicht. Aber es ist alles sauber.

Tag 59: Siem Reap

30. November 2008

Mir hat es so gut gefallen, dass ich beschliesse mit dem Mountainbike nochmal in Richtung Ankor Wat zu fahren. Mit dem Fahrrad kann man die ausgetretenen Pfade verlassen und die weit im Wald verstreuten Anlagen besser erreichen. Ich fahre durch unendliche Reisfelder und Waelder und besuche noch einige weitere Tempel. Auf dem Rueckweg gelange ich ueber Schotterpisten zu abgelegenen Bauerndoerfern. Ich bin weit und breit der einzige Fremde und werde bereits von Weitem freudig begruesst und wenn ich anhalte von Kindern umringt. Komischerweise will hier keiner etwas verkaufen, alles total entspannt. Ausgehungert, verschwitzt und eingestaubt kehre ich nach 8h und 60km wieder nach Siem Reap zurueck. Super Tag!

Nochmal Tempel... auch am zweiten Tag noch faszinierend.





Fahrt durch die endlosen Reisfelder...


Der Mann hat mir eine lange Geschichte erzaehlt... ich habe sie nur leider nicht verstanden. Wir hatten aber trotzdem viel Spass.





Wieder zurueck im Chaos der Stadt.

Tag 58: Siem Reap

29. November 2008

Standardprogramm in Siem Reap. Wir lassen uns mit dem Tuk Tuk den ganzen Tag durch die unzaehligen und weitlaeufigen Tempelanlagen von Angkor Wat fahren. Es sind so viele, dass man nichtmal die schoensten und bekanntesten Tempel an einem Tag anschauen kann. Sie liegen ueber 300km2 verstreut. Ich lasse mich durch die alten Anlagen im malerischen Urwald in eine andere Welt verzaubern. Wie konnte man vor hunderten von Jahren so grosse Anlagen errichten? Geometrisch perfekt, mit kilometerlangen Wassergraeben umgeben, die teilweise bis zu 500m breit sind. Hohe Tuerme, aufwaendige Reliefs, mehrstoeckige Gebaeude. Die aeltesten Monumente gehen auf das Jahr 802 zurueck.

Fuer Tempelinteressierte hier ein Bruchteil meiner Bilder :)

Netter Empfang vor dem Angkor Wat.



Ausserhalb der Tempelanlagen war man immer von Verkaeufern umringt. Die meisten waren extrem penetrant. Zu Kaufen gab es immer das Gleiche: Getraenke, Essen, Angkor Fuehrer, Schmuck und Souvenirs.
Von den Waenden des Bayon schauen 200 Gesichter auf die Besucher herab.

Viele Anlagen sind vom Wald ueberwuchert...

..und recht zerfallen.


Der Wald erobert sein Territorium zurueck.

Als ich gerade den Baum ablichten wollte, hat sich die Dame einfach vor mich gestellt. Ich habs leider zu spaet bemerkt...

Tag 57: Bangkok nach Siem Reap

28. November 2008

Ein harter Trip scheint es zu sein; das sagen zumindest alle. Die Fahrt mit dem Bus von Bangkok nach Siem Reap. 12h. 450 Baht. Wir haben es aber trotzdem gewagt, da es billig ist und es mit Fliegen ja grad irgendwie nicht wirklich gut ist von Bangkok aus. Wir scheinen durch unsere Laos Fahrten allerdings langsam abgehaertet zu sein; wir finden die Fahrt ueberhaupt nicht schlimm. In Bkk werden wir von einem luxurioesen Minibus abgeholt und die 6h ueber Thailands gute Strassen zur Grenze sind angenehm. Dort hoeren wir dann, dass fuer nur 15$ Aufpreis ein Taxi die restliche Strecke in 3h anstatt mit dem Bus in 6h zuruecklegt. Das Angebot koennen wir nicht ausschlagen. Es lohnt sich. Die Fahrt ueber die schlechten Strassen von Kambodscha ist in guten Autos nur halb so schlimm. An der Grenze verbringen wir 2h mit Visumskram und Formalitaeten... und das fuer ein paar Stempel im Pass.

Selbst wenn man von Thailand kommt, ist Kambodscha ein Kulturschock. Die Menschen hier sind grad nochmal eine Stufe aermer als die Thai Landbevoelkerung. Wir werden nach der Grenze gleich von unzaehligen Verkaeufern, Kindern und sonstigen Bettlern bedraengt. Als wir aus der Grenzstadt heraus auf das Land kommen, wird es etwas besser. Die Leute sind alle sehr freundlich und hilfsbereit. Alle Winken und Gruessen von Weitem und jeder Blickkontakt wird mit einem Laecheln erwidert. Wir fahren durch unendliche Reisfelder. Am Strassenrand spielen die Kinder und fangen in jedem noch so kleinen Tuempel Fische.

Der erste Eindruck von Siem Reap erstaunt uns sehr. Die Strasse vom Flughafen in die Stadt ist von Luxushotels gesaeumt. Richtige Palaeste. Wir finden ein angenehmes Guesthouse und erkunden die Stadt. In einem guten Khmer Restaurant werden wir von drei Angestellten gleichzeitig bedient und in einem Spa laesst uns eine grandiose Massage die Anstrengungen des Tages vergessen.

Grenze nach Kambodscha. Im schmalen Niemandsland zwischen Thailand und Kambodscha gibt es zahlreiche Casinos.
Und so sieht es links und rechts der Strasse aus.
Der Hinterhof unseres Taxi-Unternehmens. Hier sind wir vom Bus in unsere Autos gestiegen. Kurz davor wollten sie uns nebenan in einer Wechselstube mit einem unglaublich schlechten Wechselkurs zum Geldwechseln ueberreden.
Unser Auto fuhr mit Gas und Benzin. Hybrid. An der Tankstelle war die Dichtung zur Gasflasche etwas undicht. Wir sind dann mal schnell ein paar Meter weggelaufen.
Gastankstelle in Kambodscha.

Benzin gibt es natuerlich auch. (Wir haben spaeter dann aber sogar noch richtige Tankstellen gesehen.)
Wohnungen am Strassenrand.
Stromversorgung.